Treffen NDR mit Vertretern der Schwerhörigenverbände

Am 11.07.2017 begrüßte Niels Rasmussen, ARD-Projektleiter Barrierefreier Rundfunk, Vertreter der Schwerhörigenverbände aus dem Sendebereich des NDR auf dem jährlichen Treffen zu einem Meinungsaustausch.

Niels Rasmussen legte den Jahresbericht 2016/2017 der ARD und des NDR zu den barrierefreien Angeboten der Sender vor. Seit März dieses Jahres strahlt der NDR Untertitel und Audiodeskription auch über DVB-T2 aus. Für den Empfang von DVB-T2 ist allerdings ein zusätzlicher Decoder erforderlich. Der Decoder trägt ein grünes Logo. Nur so ist gesichert, das damit barrierefreie Angebote empfangen werden können.

Wie der nachstehenden Grafik zu entnehmen ist, untertitelt „Das Erste“ bereits 96% aller Sendungen.

Die 3. Programme MDR (90%), NDR (82%), RB (80%), BR (72%), WDR (71%). Das Schlusslicht bilden z.Zt. Arte (16%), ARD-alpha (11%). Phoenix beginnt mit der Untertitelung im Herbst d.J.

Von den Vertretern der Schwerhörigenverbände wurde sehr stark die Live-Untertitelung bei einzelnen Sendungen sowohl im NDR-Fernsehen als auch im Ersten bemängelt. Bei Live-Sendungen erscheint sehr lange kein Untertitel oder das Gesagte wird auf zu wenige Untertitel reduziert.

Peter Lindner (NDR) betonte, dass sich auch der NDR mit solcher Kritik intensiv auseinandersetzt, bittet aber zu beachten, dass sich es bei Fehlern in der Live-Untertitelung nicht um Ignoranz handelt, sondern die Untertitel-Redakteure gerade bei Live-Sendungen sehr viele Dinge gleichzeitig zu beachten haben. So muss der Redakteur zunächst einmal selbst dem im Fernsehen Gesagten zuhören und es verstehen – gerade bei politisch komplexen Themen und Diskussionen, in denen viel durcheinander gesprochen wird, ist das aber oft schwierig. Das Gesagte muss unmittelbar danach in untertiteltauglicher Form gesprochen, eventuell korrigiert und auf Sendung gebracht  werden. Während  alldem läuft aber das Gespräch weiter, so dass der Redakteur weiter mit einem Ohr zuhören muss.  Die  Live-Untertitelung  erfolgt unter permanentem Zeitdruck.

Das Thema Hintergrundgeräusche/Aussprache/ Sprachverständlichkeit wurde ebenfalls heftig diskutiert. Ursula Heerdegen-Wessel erklärte, dass die Toningenieure immer bestrebt seien, eine gute Mischung zu finden. Viele TV-Geräte strahlen allerdings den Ton nach hinten an die Wand ab, sodass viel Tonqualität verloren geht.

Es wurde gebeten, sich direkt und unmittelbar beim Ersten oder den regionalen Sendern zu melden, wenn es Anlass zur Kritik gibt. Hier sind allerdings Detailangaben zu Sendung, Datum, Uhrzeit usw. sehr wichtig, damit es im konkreten Fall nachvollzogen werden kann.

Peter Drews

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